Was haben die ZSL Zürich und Bern bis heute erreicht

Es könnten an dieser Stelle noch mehr als ein gutes Dutzend weitere erfolgreiche kleinere Projekte erwähnt werden, welche das ZSL in den vergangenen 2 1/ Jahren geleistet hat. Weitere Projekte sind in der Planung und werden zum Teil auch Wellen werfen. Andere wiederum geschehen im Hintergrund: das ist die harte Knochenarbeit unserer Beiträge an die verschiedensten Gremien und Organisationen in denen das ZSL heute vertreten ist und mitarbeitet. Vergleicht man unser Jahresbudget (ca. 160'000 Franken) mit jenem z.B. einer ASKIO (1 ½ Millionen) oder einer ASPr (1,4 Millionen), darf man auf diesen Erfolg stolz sein.

Die wichtigsten Gewinne aber, die wir erarbeiten konnten, lassen sich nicht konkret messen: da wäre sicher als erstes zu erwähnen, dass wir ein funktionsfähiges, tragfähiges, kreatives und mit allen Wassern gewaschenes Team von 10 behinderten AktivistInnen aufgebaut haben – welches die SL-Philosophie weiter treiben wird, was immer auch kommen mag. Das sind nicht länger Feigenblattbehinderte, die in Gremien einsitzen ohne zu wissen, was sie eigentlich wollen und ohne das Können, um eventuelle Träume und Vorstellungen auch effektiv zu verfolgen. Dieses ZSL Team ist Gold wert und zusammen weit tragfähiger als die Summe der Einzelpersonen erwarten lassen könnte.

Als zweites und keineswegs dahinter anstehend will ich hier unter den Gewinnen des ZSL die ca. 100-150 aktiven Unterstützerinnen und Unterstützer des Zentrums erwähnen, die verstreut über die ganze Schweiz und in vielen verschiedenen Organisationen – auch in der ASPR - zu uns halten, uns mit Informationen, Hinweisen und der Vermittlung von Kontakten, Arbeiten, Materialien und was immer wir von ihnen anfordern weiter helfen. Auch wenn sie aus verschiedensten Gründen – beruflich, familiär, gesundheitlich oder weil sie sonst schon sehr engagiert andernorts arbeiten – nicht direkt mitmachen können: auch diese Menschen zu kennen, und zu wissen, dass sie die Sache mittragen, ist Gold wert.

Und schlussendlich hat das ZSL in über 100 Vorträgen, Beiträgen zu Zeitschriften, Radio und Fernsehsendungen sich einen Namen gemacht der aus der Szene nicht mehr wegzudenken ist. Selbstbestimmt Leben und das ZSL sind zu Begriffen geworden, die weit über die Fach- und Behindertenkreise hinaus bekannt und respektiert werden – wenn auch nicht überall geliebt. Dort wo Selbstbestimmung – oder mindestens das was wir darunter verstehen: Gleichstellung, Direktzahlungen, direkte Mitsprache, Eigenverantwortung und behinderungsübergreifendes Denken – nicht akzeptiert wird, haben wir doch mindestens heftige Diskussionen und ein tiefes Nachdenken über "Invalide", "Behinderte" und deren Organisationen und "Betreuung" ausgelöst. Wir sind nicht bequem und würden uns schämen, wenn wir’s wären.

Die Ideen, für die wir kämpfen sind nicht auf unserem Mist gewachsen. Viele Tausende behinderte Menschen im in- und Ausland haben seit Jahrzehnten daran gewerkelt und geschaffen. Viele gute Menschen in der ASPr haben uns nun 2 ½ Jahre unterstützt und auch diesen weiteren Schritt ermöglicht. Ihnen allen gebührt grosser Dank.

Peter Wehrli, Leiter ZSL Zürich