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Über uns


Porträt von Valdete Hoti

Valdete Hoti
Genossenschafterin, Vorstandsmitglied



Valdete Hoti ist Grafikerin, verheiratet und hat eine progressive Muskelkrankheit. Schon seit Jahren hilft sie immer mal wieder beim ZSL mit.

Wie bist Du zum ZSL gekommen und was hast Du vorher gemacht?

Valdete: Im 2004 war ich auf der Suche nach Möglichkeiten um mein Leben selbstbestimmt zu gestalten und zu leben. So kam ich schnell zum ZSL.
Im ersten Gespräch habe ich erfahren, dass auch für mich, trotz meiner progressiven Muskelkrankheit und dem Elektrorollstuhl ein selbstbestimmtes Leben möglich ist. Denn im ZSL arbeiten viele andere Menschen mit verschiedenen Behinderungen die ein selbstbestimmtes und selbständiges Leben führen. Und so machte ich meinen ersten Schritt in ein selbstbestimmtes und selbständiges Leben. Angefangen mit den eigenen vier Wänden, mit persönlicher Assistenz, etc.
Zuvor lebte ich bei meinen Eltern, mit meinen drei Geschwistern zusammen. Da in unserer Familie drei von vier Kindern die gleiche Krankheit haben ist es für uns normal, dass wir mit unseren Grenzen zu leben gelernten haben. Das wichtigste Motto ist: so lange es geht, alles selber zu machen.
Ich habe eine Ausbildung als Grafikerin in der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich absolviert, engagierte mich freiwillig in einem Hilfsprojekt und habe Weiterbildungen als interkulturelle Übersetzerin gemacht. Nebst dem ZSL arbeite ich Teilzeit in meinem Beruf und als interkulturelle Übersetzerin und versuche, viele Menschen in meinem Umfeld auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben zu unterstützen und zu begleiten.

Welche Ziele verfolgst Du mit Deinem Einsatz innerhalb des ZSL?

Valdete: Mit meinem Einsatz im ZSL möchte ich bewirken, dass ich etwas für andere Menschen tun kann, indem ich aktiv gegen Barrieren und Diskriminierung kämpfe. Mir persönlich ist es sehr wichtig, andere Menschen mit Behinderung über das Leben mit persönlicher Assistenz zu informieren und sie auf diesem Weg zu begleiten. Alle Menschen welche selbstbestimmt Leben möchten, sollen auch diese Möglichkeit erhalten.

Was ist Dir an der SL Bewegung besonders wichtig?

Valdete: Dass das Leben selbstbestimmt und selbständig zu leben, ohne Fremdbestimmung ein Grundrecht ist. Besonders wichtig ist für mich, dass auch wir Menschen mit Beeinträchtigungen diese Grundrechte als selbstverständlich wahrnehmen und sie im Leben umsetzen.

Was ist Deiner Meinung nach in der heutigen Gesellschaft nicht so, wie es sein sollte?

Valdete: Ich habe den Eindruck, dass die heutige Gesellschaft die Erwartung hat, dass sich Menschen mit Beeinträchtigungen integrieren sollen ohne, dass sie die Grundlagen dafür schafft. Es müssen viele Barrieren abgebaut werden, damit man die gleichen Voraussetzungen hat, an der Gesellschaft gleichberechtigt teilhaben zu können.

Kannst Du uns etwas über Deine persönlichen Erfahrungen im Bezug auf Benachteiligung und Diskriminierung erzählen?

Valdete: Die Diskriminierung habe ich in zwei Arten erlebt, zuerst als Fremde in der Schweiz und dazu als eine Frau mit einer Behinderung. Deswegen bin ich ja auch beim ZSL, weil ich gegen die Benachteiligungen und Diskriminierungen aktiv etwas unternehmen will. Denn man kann nur einen Zustand verändern, indem man etwas dagegen tut.

Kannst Du etwas über Dienstleistungen erzählen, welche Du regelmässig benutzt?

Valdete: Seit Anfangs 2005 wurde die Gruppe der persönlichen Assistenznehmer gegründet. Ich bin Teilnehmerin der Assistenzgruppe und wir treffen uns regelmässig alle 4-6 Wochen. Diese Treffen sind für mich wichtig, weil wir miteinander über alles was persönliche Assistenz und die Rolle als Arbeitgeberin betrifft beraten und uns gegenseitig unterstützen können.

Interview von Ursula Speck


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