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Über uns


Jürgen Neuhöffer

gestorben im 2005

Jürgen war uns allen ein geschätzter Mitstreiter, vor allem aber immer ein lieber Freund. Mit seinem Humor, seiner immer positiven Einstellung zum Leben und seiner Bescheidenheit, Qualitäten die ihn bis zum Schluss nicht verlassen haben, hat er dem ZSL durch alle Hoch und Tiefs die wir gemeinsam durchgemacht haben immer Treu die Stange gehalten.

Obwohl Jürgens Kräfte im letzten Jahr von Monat zu Monat nachgelassen haben und es für ihn jedes Mal eine grosse körperliche Anstrengung bedeutete, liess er es sich nicht nehmen, an unseren Aktionen einen aktiven Beitrag zu leisten. Wir nannten ihn scherzhaft „El Touristo“, weil er sich, mit Rucksack, Gehstock, Käppi und Sonnenbrille als solcher „verkleidet“ jeweils zur Aufgabe machte, die genaue Lage der geplanten Demo-Plätze für uns zu erkunden und uns detailliert darüber zu informieren. Natürlich nahm er dann jeweils auch an den Demos und sonstigen Aktionen, Besuchen im Bundeshaus und was sonst immer wir gemeinsam unternahmen teil, was für einen Herrn in seinem gesetzten Alter und angesichts seiner progressiven MS keine Selbstverständlichkeit war.

Wann immer es seine Gesundheit zuliess, war Jürgen an unseren monatlichen Vorstandssitzungen dabei. Meist brachte er ein Bündelchen von Zeitungsausschnitten und ein paar Kopien von Briefen mit die er wieder mal an allerlei Behörden oder Organisationen abgeschickt hatte, um für eine behindertengerechte Umwelt zu werben. Freundlich aber bestimmt und fachlich bis zu letzt up-to-date, gelang es Jürgen als Einzelkämpfer im Kanton Schaffhausen hier und da Barrieren zu entfernen. Im ZSL war er unser geschätzter Spezialist für Hintergrundrecherchen in Sachen behindertengerechtes Bauen. Der unter ZSL-Insidern bekannte glamouröse „Berner-Trottoir-Coup“ zum Beispiel wäre ohne Jürgens intensive Vorabklärungen nicht möglich gewesen.

Vor ungefähr einem Jahr ging für Jürgen noch ein wunderbarer Lebenstraum in Erfüllung: zusammen mit treuen Freunden durfte er an einer Segeltour in der Karibik teilnehmen – und zwar als aktives Crew-Mitglied, nicht etwa als einfacher „Passagier“. Die ausgedehnte Tour, vor allem aber die Art und Weise wie seine Kollegen ihn – mit seiner Behinderung – vollwertig in die Mannschaft integriert haben, war ihm ein riesiges wunderschönes Geschenk von dem mit vor Freude leuchtenden Augen erzählen konnte.

Wir alle sind traurig über seinen Tod und werden Jürgen vermissen. Seiner Frau und seinem Sohn entrichten wir unser herzlich empfundenes Beileid.

Interview mit Jörgen Neuhöffer vom November 2004


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