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Unbemerkt von staatlichen Prüfungen: brutalste Misshandlungen im Behindertenheim

06.06.2011 | ZSL / 20Minuten / BBC | Peter Wehrli ZSL | Grossbritannien

Ein Betreuer schlägt eine behinderte Frau...Wer meint, systematische schwere Misshandlungen von HeimbewohnerInnen über Monate und Jahre hinweg seien in Westeuropa längst nicht mehr möglich, weil gut ausgebildete Vorgesetzte, strenge Reglemente und regelmässige Kontrollen durch die zuständigen Behörden dies verhindern, irrt...

BBC, der englische TV-Sender, zeigte in einer vierteiligen Ausstrahlung der Sendung Panorama einen Bericht eines Journalisten, der während ein paar Tagen in einem Heim für geistig Behinderte Erwachsene als Hilfskraft gearbeitet und dabei mit versteckter Kamera die alltägliche systematische Folter der HeimbewohnerInnen durch das Personal gefilmt hat.

Vorgesetze, Heimleitung und die beaufsichtigenden Behörden waren Monate vor diesen Aufnahmen mehrmals eindringlichst durch eine erfahrenen Pfleger, Ex-Mitarbeiter des Heims, auf die systematischen brutalen Misshandlungen hingewiesen worden. Die Behörden hatten das Heim in der fraglichen Periode auch mehrmals durch angemeldete und unangemeldete Besuche kontrolliert aber "keine Hinweise gefunden". Wie der Bericht zeigt, ist das Personal geübt darin, die vom Gesetz vorgeschriebenen Berichte über die Vorkommnisse im Heim so zu fälschen, dass die (harmlosen!) PatientInnen als gefährliche, unkontrollierbare Triebwesen dargestellt werden, welche ständig mit Gewalt "restriktiert" werden müssen. Getan wurde demzufolge nichts.

Aufnahmen mit versteckter Kamera ohne Einwilligung der gefilmten Personen sind in der Schweiz verboten. Die vorliegende Dokumentation würde, da illegal aufgenommen, als Beweismittel nicht anerkannt. Der Journalist hingegen müsste mit einer schweren Strafe rechnen.

Wir meinen, die spezielle Situation von schwerbehinderten Menschen, die in solchen Insitutionen in totaler Abhängigkeit vom Pflegepersonal leben und die Brutalität der unter diesen Umständen geradezu wahrscheinlichen Verbrechen an ihnen, erfordern Kontrollmöglichkeiten von der hier aufgezeigten Art: z.B. das Einschleusen von verdeckten Ermittlern.

Oder die Schlussfolgerung ernst nehmen, mit der Spezialist für die Betreuung von Menschen mit schwierigem Verhalten, Prof. Jim Mansell, zum Schluss des Filmes zitiert wird: "Es gibt keinen Grund, Menschen mit geistiger Behidnerung in Insitutionen zu versorgen".

Hier sehen sie die erste von 4 Folgen des Films. Die weiteren 3 Folgen lassen sich im Anschluss daran anklicken.

ACHTUNG: Der hier gezeigte Bericht enthält schockierende reale Szenen von brutalster Gewalt gegen Hilflose!

(Nach Ausstrahlung dieses Films wurden 13 Personen im gezeigten Heim vom Dienst suspendiert. Die Polizei untersucht).

 

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