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Gegen Bezahlung macht der Briefträger auch Hausbesuche

24.05.2011 | Der Bund | David Vonplon | Schweiz

Das dreisprachige Logo der Schweizer PostDie Post testet eine neue Dienstleistung für betagte und handicapierte Menschen: Im Auftrag der Angehörigen kommt der Bote persönlich vorbei – und erstattet Bericht über das Wohlergehen.

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Kommentare

Selbstbestimmtes Leben Schaffhausen | 25.05.2011

Die Post kenne den Wert dieses Service public - baue ihn nun aus und wolle daraus gar ein Geschäft machen, lese ich und bin völlig perplex über die postalische Auslegung.

Nach den jahrelangen, hemmungslosen Abbaumassnahmen der Postdienstleistungen (vor allem auf dem Land) empfinde ich den neuesten "Werbegag" als nicht mehr mobiler, weil nicht mehr autofahrtauglicher IV-Rentner nach einer Hirnverletzung, eine absolute Frechheit! Weil für Menschen wie mich, seit Einführung der Post-Hauszustellung auf dem Lande, die Postzustellung nicht mehr mit erträglichem Aufwand zu "managen" ist, musste ich u.a. in die Stadt umziehen, um wieder einigermassen barrierefreien Postzugang zu erhalten.

Stellen sie sich vor, liebe Post: Auch für Menschen mit einer Behinderung ist es wirklich nicht "normal", wenn wir beispielsweise ein simples Haustürgeschäft, wie Briefmarkenkauf, 48 Stunden im Voraus einplanen, organisieren und stundenlang mit der Klinke in der Hand abwarten müssen, um danach wahrscheinlich doch noch einen Brief versenden zu können. Ich kenne übrigens viele Männer und Frauen, die es sich wie ich trotz ihrer Behinderung nicht leisten können, den lieben langen Tag auf freundlichen Postbesuch warten zu dürfen, damit sich wieder ein endloser Rentnertag ein wenig zügiger dem Feierabend nähert. Viele behinderte Menschen haben vor allem seit den "beschissenen" letzten IV-Revisionen wirklich ganz andere Aufgaben zu bewältigen, glauben Sie mir, oder lesen Sie z.Bsp. den ZSL-Artikel:
www.zslschweiz.ch

Wenn die Post ihren Service public je ernstgenommen hätte, wäre sie nie auf die billige Idee gekommen, so viele Poststellen zu schliessen und durch einen notdürftigen "Hausservice" auf dem Lande zu ersetzten und als "Erfolgssstory" zu verkaufen. Das hat weder mit "Service" noch mit "public" etwas zu tun, das ist reine Augenwischerei auf Kosten der Postabhängigen zu Fuss, mit Rollstuhl, Rollator und wie auch immer handycapierten Menschen.

Bernhard Pfaff, hirnverletzter IV-Rentner
(früher wohnhaft in der jetzt geschlossenen Postgemeinde 8236 Büttenhardt, SH)
Für die GSL SH im Aufbau, Selbstbestimmtes Leben Schaffhausen

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