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ZSL Newsletter 155 löst Reaktionen aus

28.10.2010 | ZSL | pw | Schweiz

Plakat mit der Aufschrift "Referendum gegen...Die Ankündigung im Newsletter 155, dass wir um der Solidarität willen ein Referendum gegen die IVG-Revision 6A unterstützen würden, hat nicht nur Beifall sondern auch bestürzte Reaktionen ausgelöst.

Im Newsletter 155 haben wir erklärt, dass das ZSL um der Solidarität willen ein Referendum gegen die IVG-Revision 6A unterstützen wird, wenn eine reelle Chance besteht, dass die nötigen Unterschriften zusammen kommen. Dies hat einige Reaktionen ausgelöst. Um den dabei eingeworfenen wichtigen Argumenten auch Platz einzuräumen, veröffentlichen wir Auszüge daraus:

Familie G. in G.

"Ihre mitteilung, dass sie mit dem zsl ein allfälliges referendum gegen die ivg-revision 6a unterstützen würden, hat in uns grosses unbehagen ausgelöst.

Wir haben einen 20-jährigen sohn mit einer geistigen behinderung. wir figurieren auf der warteliste für den assistenzbeitrag und hoffen seit jahren auf dessen einführung für ALLE. mit der ivg-revision 6a sind wir diesem ziel näher gerückt - es gab tage, an denen wir sogar schon die ziellinie erblickten.

Inzwischen ist wieder grosse verunsicherung eingetreten. wir wagen gar nicht daran zu denken, welcher VERLUST für eine grosszahl von menschen mit behinderung eintreten würde, wenn die befürworter des referendums ivg-revision 6a gewinnen würden und dadurch die einführung eines assistenzbeitrages der iv wohl für ewig vom tisch wäre. dadurch würden die betroffenen anstelle einer so existenziell wichtigen sozialversicherungsleistung weiterhin im teufelskreis von almosen und fremdbestimmung gefangen bleiben. wir sind der ansicht, dass die einführung eines assistenzbeitrages für ALLE eine REVOLUTION darstellen würde.

Die erfahrung zeigt, dass iv-gesetze, welche die lebensbereiche von betroffenen menschen regeln, immer vor- und nachteile haben. genauso unterschiedlich wie die behinderungsarten sind, sind die vor- und nachteile, welche den betroffenen menschen mit behinderung durch die gesetze widerfahren. es ist wichtig, dass ein gesunder mix von vor- und nachteilen entsteht. wir kennen keinen gesetzesbereich, welcher nur vorteile für ALLE beinhaltet.

fazit:

unsere meinung ist, dass es für ALLE menschen mit behinderung von gesetzes wegen möglich sein sollte, ein selbstbestimmtes leben mit einem assistenzbeitrag führen zu können. die zeit ist überreif dafür. wenn ausgerechnet das zsl hierfür steine in den weg legt, würden wir dies sehr bedauern."

 

und in einem weiteren Mail:

"guten abend herr wehrli. besten dank für ihre ausführliche antwort. wir kennen die kompromisse sehr gut. konkret setzen wir uns voll für den assistenzbeitrag ein, obschon unser sohn laut den momentanen kriterien des ständerates möglicherweise auch nicht in den genuss dieser sozialleistung kommt.

wir setzen uns aber für die sache ein, da wir vom NUTZEN DES ASSISTENZBEITRAGES FÜR EINEN GROSSTEIL DER MENSCHEN MIT BEHINDERUNG überzeugt sind und wir die hoffnung niemals aufgeben, dass gesetze ständig optimiert werden können. so hoffen wir auch, dass für menschen, bei denen der iv-bezug in frage gestellt wird, zukünftig eine faire lösung gefunden werden kann."

 

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