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Procap mobilisiert gegen Abbau-Tendenzen bei der IV

25.10.2010 | www.procap.ch | (procap) | Schweiz

Sehr viele Leute stehen zusammen und heben...Procap ruft ihre Mitglieder und Betroffene auf, am 30. Oktober an einer Protestkundgebung gegen den Abbau bei der IV auf dem Bundesplatz in Bern teilzunehmen.

Die rund 120 Delegierten von Procap Schweiz, des grössten Mitgliederverbandes von und für Menschen mit Handicap, haben sich heute an ihrer Versammlung in Olten mit der Zukunft der Invalidenversicherung (IV) befasst. Einerseits lanciert Procap zum 50. Geburtstag der IV zehn klare Forderungen für mehr Integration und Gleichstellung für Menschen mit Behinderung. Anderseits formiert sich heftiger Widerstand gegen die laufende IV-Revision. Procap ruft ihre Mitglieder und Betroffene auf, am 30. Oktober an einer Protestkundgebung gegen den Abbau bei der IV auf dem Bundesplatz in Bern teilzunehmen.

Nach dem 2. Weltkrieg präsentierte sich die finanzielle Lage für viele Menschen mit Behinderung in der Schweiz katastrophal: Rund die Hälfte von Ihnen war «armengenössig» und auf Almosen angewiesen. «An die Stelle von privater Wohltätigkeit müssen Gesetz und Versicherung treten. Das ist die vom Krieg verschonte Schweiz ihren invaliden Mitbürgern schuldig», forderte 1954 Manfred Fink, späterer Zentralsekretär des Schweizerischen Invaliden-Verbands SIV (heute Procap). Dank dem politischen Druck zweier Volksbegehren, der Betroffenen selbst und der Behindertenorganisationen trat am 1. Januar 1960 schliesslich das Bundesgesetz über die Invalidenversicherung in Kraft. Dieses Gesetz ermöglichte den schrittweisen Aufbau eines Systems der sozialen Sicherheit für Menschen mit Behinderung.

Forderungen statt Gratulationen

Die aktuellen Diskussionen über die Reformen bei der Invalidenversicherung zeigen aber auch gut auf, dass Verbesserungen dieses System immer wieder politisch erkämpft und verteidigt werden müssen. Aus diesem Grund verzichtet Procap auch auf Gratulationswünsche zum runden Geburtstag der IV. Vielmehr ist für die Selbsthilfeorganisation das IV-Jubiläum ein guter Anlass, eine Erklärung für mehr Integration und Gleichstellung für Menschen mit Behinderung zu formulieren. Die Sozialpolitische Kommission von Procap hat ein Zehn-Punkte-Programm mit grundlegenden Forderungen zusammengetragen, die von der Sicherung der Renten, der Förderung des hindernisfreien Bauens, der Einführung von Assistenzmodellen bis zur Schule für alle reicht. Zudem soll die Schweiz endlich die Uno-Konvention zum Schutz der Rechte für Menschen ratifizieren. Die Procap-Delegierten verpflichteten sich an der Versammlung, bis zum 10. Dezember 2010 rund 1000 Unterschriften für die Erklärung «Mehr Integration und Gleichstellung für Menschen mit Behinderung» zu sammeln. Diese sollen dann zusammen mit den zehn Forderungen Bundesrat Didier Burkhalter und dem Bundesamt für Sozialversicherung als Geburtstagsgeschenk überreichen. Die Erklärung kann online unter www.procap.ch/iv-forderungen unterzeichnet werden.

Die IV nicht an die Wand fahren!

Auf wenig Gegenliebe stiessen bei den Procap-Delegierten auch die aktuellen Gesetzesvorschläge zur 6. IV-Revision. Für die Delegierten weisen die vorliegenden Gesetzesvorschläge eine klare Tendenz auf: Die IV soll auf dem Buckel der Betroffenen saniert werden! Besonders die im zweiten Teil der Revision (6b) vorgesehenen, massiven Rentenkürzungen für Menschen mit einer schweren Beeinträchtigung betrachteten die Anwesenden als inakzeptabel. Deshalb begrüssten die Delegierten auch den Entscheid des Procap-Zentralvorstandes, die Protestkundgebung «Zämestah – für eine solidarische Invalidenversicherung!» vom 30. Oktober offiziell zu unterstützen. Procap ruft ihre Mitglieder, Betroffene und deren Angehörige nochmals eindringlich auf, nächsten Samstag an der Kundgebung auf dem Bundesplatz in Bern teilzunehmen und so ein starkes und selbstbewusstes Zeichen der Solidarität zu setzen.

Siehe auch:

Factsheet von Procap zu den wichtigsten Vorschlägen der 6. IVG-Revision (6a + 6b)

Kontakt und weitere Auskünfte:

Bruno Schmucki, Leiter Kommunikation und Marketing, Tel. 062 206 88 80 resp. Mobile 079 647 01 03, bruno.schmucki@procap.ch

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Kommentare

Selbstbestimmtes Leben Schaffhausen | 28.10.2010

Zämestah, jetzt reicht's!

Geschätzte Behinderten-Organisationen,
liebe betroffene Kolleginnen und Kollegen

Wenn Sie am 30. Oktober aus irgendwelchen Gründen nicht an der solidarische Kungebung gegen die unmöglichen sechsten IV-Revisionsschritte teilnehmen können, so sind wir erst recht dankbar für Ihre "virtuelle" Solidarität.
Beispielsweise mit Ihrer Unterschrift auf:
www.zaemestah.ch

Herzlicher Gruss und dankeschön für's Zämestah
Bernhard Pfaff

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