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Blinde wehren sich

15.06.2010 | SZV für das Blindenwesen SZB | Peter Diriwächter | Schweiz

BlindenhundBlinde Führhundehalter überreichten zusammen mit Blindenorganisationen am Montag im Bundeshaus eine Petition gegen die Kürzung der Futterpauschale durch das BSV. Sie fordern eine Neuberechnung.

Rund 9000 Unterschriften haben blinde Führhundehalterinnen und -halter gegen die Kürzung der Futterpauschale gesammelt. Peter Diriwächter, der Initiant der Petition, war hocherfreut über das

grosse Echo der Unterschriftensammlung: "Wir hatten die Unterschriften innert kürzester Zeit zusammen. Wir hoffen nun, das das BSV nochmals über die Bücher geht." Unterstützt werden die

Betroffenen vom Schweizerischen Zentralverein für das Blindenwesen (SZB) und dem Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband (SBV).

Fragen an das BSV

Gleichzeitig reichte Nationalrätin Silvia Schenker eine Interpellation im Nationalrat ein. An das BSV gerichtet, stellte sie verschiedene Fragen, beispielsweise aufgrund welcher Kriterien die

neue Pauschale festgelegt worden sei. Zudem unterstrich sie, dass trotz Spardruck der in der Bundesverfassung verankerte Leitsatz, wonach sich die Stärke des Volkes am Wohl der Schwachen misst, unbedingt beibehalten werden muss. Dazu sei ein kontinuierlicher Dialog zwischen Behinderten, Verwaltung und Politik notwendig.

Fataler Entscheid

Matthias Bütikofer, Geschäftsführer der Dachorganisation SZB, nannte den fatalen Entscheid des BSV, per 1. April 2010 die Futter- und Tierarztkosten für Blindenführhunde von 190 Franken auf 110 Franken pro Monat zu kürzen einmal mehr kleinlich und willkürlich. Es werde auf dem Buckel der Schwächsten gespart. Dass die Betroffenen via Medien davon erfahren mussten, sei skandalös. Urs Kaiser vom SBV verlangte eine Neuberechnung der Kosten unter Einbezug der Blindenorganisationen. Ein Blindenführhund sei eine wichtige Mobilitätshilfe für Menschen mit einer Sehbehinderung. Entsprechend sei eine gute Pflege unabdingbar.

Der Widerstand der Blinden

Der Widerstand der Führhundehalter gegen das Vorgehen des Bundesamtes für Sozialversicherung war vorprogrammiert. Im Sinne des Nachteilsausgleichs ist es nicht mehr als gerecht, dass die

behindertenbedingten Zusatzkosten an blinde und sehbehinderte Führhundehalter deren Kosten decke. Mit der Petition geben sie nun ihrem massiven Unmut Ausdruck.

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