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Geistig Behinderte sexuell missbraucht

22.05.2010 | 20 Minuten | Attila Szenogrady | Schweiz

Ein Bereichsleiter einer Erlenbacher Behinderten-Stiftung hat sich laut Obergericht an zwei geistig beeinträchtigten Personen sexuell vergangen. Dafür erhielt er eine bedingte Freiheitsstrafe von zwanzig Monaten.

d. Plakattext: "Jetzt bestimme ich. Assistenz für Atonomie." d. Plakattext: "Jetzt bestimme ich. Assistenz für Atonomie."

d. Plakattext: "Jetzt bestimme ich. Assistenz für Atonomie."

Der Berufungsprozess gegen den heute 64-jährigen Angeklagten fand am vergangenen 11. Mai unter Ausschluss der Oeffentlichkeit statt. Nun hat das Obergericht im Rahmen einer Presseinformation sein Urteil bekannt gegeben. Demnach hat es den Bereichsleiter einer Erlenbacher Behinderten-Stiftung wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Anstaltspfleglingen zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt.

Sich an zwei Behinderten sexuell vergangen

Das Obergericht sah es als erwiesen an, dass sich der teilgeständige Beschuldigte an einem männlichen Insassen sowie an einer weiblichen Insassin des Heims für geistig behinderte Menschen sexuell vergangen hatte. Bei den eingeklagten Uebergriffen zulasten eines dritten Heimbewohners kamen die Oberrichter hingegen zu einem Freispruch. So habe man auf die Aussagen des dritten Geschädigten nicht verlässlich abstellen können, ist der Information zu entnehmen.

Stellung als Chef ausgenutzt

Weiter schreibt das Obergericht, dass sich der Angeklagte im Wesentlichen geständig gezeigt habe. So sei die Initiative zu sexuellen Kontakten mehrheitlich von ihm ausgegangen. Laut der Pressemeldung bestritt er jedoch, dass er seinen Ruf als strengen Chef ausgenutzt habe und damit es den beiden Geschädigten als geistig Behinderten schwer gefallen sei, sich gegen seine Ansinnen zu wehren.

Dem konnten die Oberrichter nicht folgen. Sie erwogen, dass die Opfer dem Angeklagten aufgrund seiner wiederkehrenden Aufforderungen nicht genügend Widerstand entgegenzusetzen vermochten. Einerseits aufgrund der geistigen Beeinträchtigung, andererseits wegen ihrer untergeordneten Stellung als Werkstattmitarbeiter oder Heimbewohner.

 

Damit bestätigte das Obergericht grösstenteils ein Urteil des Bezirksgerichts Meilen. Einzig beim Strafmass kam es infolge Verjährung einiger Vorwürfe zu einer Strafsenkung von zwei Jahren Freiheitsentzug auf noch 20 Monate.

 

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