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Misthaufen - Detail-Ansicht

Wo die Stärkeren lernen, den Schwächeren zu helfen

15.06.2006 | Solothurer Tagblatt | rgw | Schweiz

Das andere LagerDas andere Lager in Tenero
Nächste Woche findet zum 15. Mal «das andere Lager» statt. Behinderte und nichtbehinderte Solothurner Jugendliche verbringen in Tenero gemeinsam eine Ferienwoche bei Sport, Spiel und Spass.

57 Behinderte (neuer Rekord), 49 Nichtbehinderte und zahlreiche Betreuer reisen am Sonntag nach Tenero. Dort findet unter dem Patronat des Panathlonclub Solothurn zum 15. Mal «das andere Lager» statt – eine einzigartige Sache. In durchmischten Gruppen können die Jugendlichen zahlreiche Sportarten kennenlernen und ausprobieren. Immer unter dem Motto «Die Stärkeren helfen den Schwächeren».

Erstmals als Betreuer mit dabei sind 25 Studenten der Pädagogischen Fachhochschule. Über 70 hatten sich nach einer ersten Information gemeldet. «So kamen wir erstmals und unverhofft in die glückliche Lage, sogar auswählen zu können», freut sich Bruno Huber. Der Grenchner ist im sechsköpfigen Leitungsteam der PR-Verantwortliche. Er ist mittlerweile der einzige, der von Anfang an immer dabei war. Er ist zudem der Delegierte des Solothurner Panathlonclubs für «das andere Lager».

Die Teilnehmer bezahlen 220 Franken Die effektiven Kosten betragen aber rund 500 Franken pro Kopf. Zu Hubers Aufgaben zählt also auch die Suche nach Sponsoren und Gönnern.

Kein Lagerleiter

Verantwortlich für die Betreuung ist Marie-Theres Wyss, Lostorf, für den Sport Reto Grillo, Solothurn. «Das andere Programm» plant Claudia Ischi, Biberist. Die Küche untersteht Sylvia Sailer, Riedholz, und die administrativen Fäden zieht Nicolette Franz, Lostorf. Die Leiter agieren ausdrücklich als Team, es existiert kein Lagerleiter.

Mit dabei sind eine Oberschulklasse aus Zuchwil mit Lehrerin Gudula Kaisser sowie eine 2. Sekundarklasse aus Balsthal mit Lehrer Hansjörg Hänggi. Sie dürften vom «anderen Lager» am meisten profitieren. Sie werden ganz ungezwungen lernen, sich Behinderten gegenüber völlig «normal» zu verhalten. Sie werden Hemmschwellen abbauen und soziales Verhalten üben. Bereits haben sich weitere Schulklassen für die nächsten Jahre beworben.

Das andere Lager ist beliebt. Und das, obwohl strenge Regeln gelten: Rauchen, Alkohol und Drogen sind selbstverständlich verboten. Die Natels werden über Nacht eingesammelt. Alle müssen zwischendurch in der Küche mithelfen. Pünktlichkeit ist gefragt, Lichterlöschen um 22.30 Uhr. Erst ein einziges Mal musste ein Schüler nach Hause geschickt werden, er wollte sich nicht an diese Regeln halten.

Von Biken bis Salsa

Im Centro Sportivo Tenero steht den Solothurnern wiederum eine tolle Infrastruktur zur Verfügung, nachdem sie 2005 an den Schwarzsee ausweichen mussten.

Sport wird während der ganzen Woche ein zentrales Thema sein. An vier Vormittagen werden je zwei Sporteinheiten angeboten, zum Beispiel Biken und Spiele oder Hip Hop und Tennis. Dazu kommen Hockey, Schwimmen und Klettern. Nachmittags und abends wird der Sport durch «das andere Programm» ergänzt: Filzen, Theater spielen, Salsa tanzen, Karten spielen, singen.

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